Diese Zeit im Jahr wenn alle fröhlich sind… oder doch nicht?

In ein paar Tagen ist es soweit, die vermeintlich besinnliche Zeit des Jahres steht vor der Tür. Die Dominosteine stehen fast schon seit Ende des Sommers in den Regalen der Supermärkte und ich befürchte, dass es dann auch bald wieder mit dem All-Time-Xmas-Hit „Last Christmas“ losgeht. Vereinzelt habe ich schon Stimmen gehört, die ihn schon vernommen haben wollen aber mir blieb er bisher verwehrt. Ich persönlich kenne ja ehrlich gesagt niemanden, der diesen Song noch gerne hört aber trotzdem dudelt man ihn jedes Jahr aufs Neue und wieder und wieder und… ich höre ja schon auf und sorry für den Ohrwurm! 😊

Jedes Jahr stelle ich mir dieselbe Frage: Magst Du Weihnachten noch? Die Antwort ist ein klares „JEIN“. Früher mochte ich diese Tage im Jahr besonders gerne. Ich war ein kleiner Weihnachtself, habe gebacken, den Baum geschmückt, bin über Weihnachtsmärkte geschlendert und habe Geschenke gekauft und hübsch eingepackt. Tagelang habe ich mit meiner Mutter überlegt was wir an Heilig Abend gemeinsam kochen wollen und die Wohnung geschmückt. Hierzu lief meistens Elvis Presley in der Dauerschleife und dass ich in dieser Zeit Geburtstag habe, war für mich immer irgendwie ein Glücksfall. Was hat sich also geändert? Die Antwort hierauf ist simpel: Der Mensch, der Weihnachten für mich zu dem Fest gemacht hat, was es war, lebt nicht mehr. Zu keiner Zeit im Jahr ist mir ihr Verlust so schmerzlich bewusst wie im Advent und zu den Feiertagen. Erinnerungen kommen hoch, wie es mal war und nie wieder sein wird. Manchmal ist Wut dabei, darüber, dass ich viel zu früh ohne sie auskommen muss und dass es mich jedes Jahr aufs neue traurig macht.

Versteht mich nicht falsch, ich freue mich darauf Heilig Abend mit dem Mann und seiner/unserer Familie zu feiern. Ich bin unheimlich dankbar und froh ihn und meine Freunde an meiner Seite zu haben aber trotzdem ist da immer dieses eine Gefühl präsent. Jahrelang habe ich damit gehadert und gedacht, dass etwas nicht richtig mit mir ist. Dass ich die Vergangenheit loslassen muss und ich mich lieber auf die Menschen, die jetzt in meinem Leben sind konzentrieren solle. Lieb gemeinte Ratschläge gingen auch immer in diese Richtung, was mir meistens noch mehr das Gefühl gab, dass irgendetwas da nicht stimmt und ich auf eine schräge Art „undankbar“ bin.

Dieses Jahr habe ich beschlossen, dass ich das nicht mehr möchte und es absolut ok ist, dass ich meine Mutter in dieser Zeit besonders vermisse. Das Band zwischen Mutter und Tochter ist ein ganz Besonderes und ich bin fest überzeugt davon, dass es einfach auch schmerzlich sein darf, wenn dieses zerrissen ist. Es ist auch nichts Schlimmes daran, dass ich Weihnachten nicht mehr mit leuchtenden Augen entgegenfiebere. Ganz ehrlich, wer tut das denn noch? Die besinnliche Adventszeit artet meistens in Stress aus und so richtig zur Ruhe kommt man doch hier schon lange nicht mehr. Ein Event jagt das Nächste und die Menschen, die man das ganze Jahr nicht gesehen hat, muss man unbedingt noch einmal treffen. Langsam aber sicher entwickelt sich eine Art Erfolgsdruck was die Geschenke und das Essen angeht und dabei kommt es hierauf doch gar nicht an. Die Zeit mit seinen Lieben sollte im Vordergrund stehen und wenn doch eine/r von diesen Lieben nicht mehr unter uns weilt, was genau ist so verwerflich daran, einfach mal traurig zu sein und sie/ihn zu vermissen? Rein gar nichts!

Aber ich will gar nicht meckern, wirklich nicht. Ich möchte einfach nur mal sagen, dass es völlig ok ist, wenn Weihnachten manchmal nicht mehr das ist was es mal war und überhaupt finde ich, dass man ruhig auch mal traurig sein darf, wenn einem danach ist. Gewisse Dinge müssen und wollen einfach betrauert werden. Das bedeutet ja nicht, dass man sofort depressiv ist und ich weiß wovon ich rede, ich war da schon… just saying.  Wenn man es genau betrachtet bin ich da auch eher hingelangt eben weil ich meine Gefühle nicht gespürt und ihnen nicht vertraut habe. Also nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht so euphorisch auf diese Zeit im Jahr hinfiebere. Aber für mich hat Weihnachten einfach seinen Glanz verloren…

Alles Liebe! 😊

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2 Gedanken zu “Diese Zeit im Jahr wenn alle fröhlich sind… oder doch nicht?

  1. Danny H

    Das kann ich so gut nachvollziehen . Weihnachten soll besinnlich sein …… aber es ist alles andere als das.
    Ich bin froh , dass es bei uns um die eigentlichen Weihnachtstage recht entspannt zugeht , aber dennoch bleibt das “ muss noch dies …muss noch das Gefühl“
    Das mit deiner Mum tut mir ehrlich leid …..ich kann das ein bisschen nachvollziehen. Zwar auf eine andere Weise , aber irgendwie ja ! Ich hab um die Zeit auch immer irgendwie sowas melancholisches .
    Alles mag ich auch die kuschelige Zeit mit vielen Lichtern , Kerzen und Keksen !

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    1. Danke für Deine Worte! 🙂 Das kuschelige und winterliche mag ich auch nach wie vor sehr gerne! Irgendwie lädt die dunkle Jahreszeit ja auch ein bißchen dazu ein melancholisch zu sein, was ja auch echt schön ist. Ach wir müssen uns nächstes Jahr einfach mal zum quatschen treffen. Ich glaube wir haben da einiges aufzuholen!

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