2017 – what a year…

2017 war für mich in vielerlei Hinsicht eine echte Herausforderung und so ganz anders als ich es Anfang des Jahres erdacht habe. Eigentlich wollte ich möglichst schnell nach meiner Krankheit „back to normal“ und die Chemo, die Bestrahlung, den Krebs und was er noch so alles mit sich gebracht hatte, vergessen. Wenn ich das heute so betrachte, dann muss ich fast lachen, weil die Vorstellung nach so einer hmm sagen wir mal einschneidenden Erfahrung, einfach wieder mal eben ins alte Leben zu hüpfen, ja doch echt naiv ist. Es ist ein bisschen so wie in den alten James Bond-Filmen. James klettert aus den Trümmern ohne eine Schramme, wischt sich den Schutt von der Schulter und macht weiter als wäre nichts gewesen. Aber so funktioniert das Leben leider nicht, naja wobei eigentlich ist es auch gut, dass das Leben so nicht funktioniert und in meinem Fall bin ich echt froh, dass mein Körper das nicht so einfach mitgemacht hat. So habe ich das Jahr also ganz anders als geplant verbracht, getreu dem Motto „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und oh man, was habe ich alles gefühlt. Angst, Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Verzweiflung und wieder Angst. Aber das wirklich Großartige ist, dass es immer auch diese anderen Tage gibt. Tage an denen die Seele sich eine kleine Auszeit nimmt und wieder Kraft sammelt, an denen das Gefühlte verarbeitet wird und man langsam aber sicher lernt. Zuerst waren es ehrlich gesagt nur Stunden, die Sonne war meistens involviert. Vitamin D ist ja eine ganz tolle Sache und ich finde es gibt wenig heilsamere Dinge, als einen Nachmittag die Sonne und den Wind im Gesicht zu spüren und einfach mal nichts zu tun. Die kleinen Monster kommen meist von ganz allein wieder und auch heute sind sie immer mal wieder da und an solchen Tagen hadere ich wieder mit mir selbst, habe Angst und mache mir Sorgen über meine Zukunft. Aber diese Tage vergehen und mittlerweile habe ich verstanden, dass sie zu mir gehören. Wichtig ist halt nur, dass sie im Gleichgewicht mit den anderen „positiven“ Tagen sind. Für mich ist das ehrlich gesagt, meine große Erkenntnis des letzten Jahres. Verzweifelt habe ich versucht alles „Negative“ loszulassen und bin daran kläglich gescheitert. Was ja nicht verwunderlich ist so im Nachhinein betrachtet. Es kann nicht immer nur alles gut und schön sein, das wäre ja auch schrecklich langweilig. Gut, ich gebe zu, dass ich die meisten Erfahrungen nicht wirklich gebraucht hätte, aber doch haben sie mich genau hierhin gebracht. An diesen Punkt wo ich ganz zufrieden mit mir selbst auf der Couch sitze und meine Gedanken in den Laptop tippe. Auch wenn das nicht jeden Tag so gut klappt und manchmal meine kleinen Monster ungefragt anklopfen und ich wieder diesen Wutknubbel im Bauch habe oder die Angst, die mir sagt, dass schon irgendwas Schlimmes wieder passieren wird… aber ich habe endlich verstanden, dass dies mein Leben ist und ich es auch genauso einrichten darf, nämlich wie ich es möchte. Klar, ist das nicht immer so ganz einfach sein Leben einmal komplett umzukrempeln, erlernte Muster zu verändern und irgendwie gehören da halt auch viele Tränen zu und vor allen Dingen immer wieder loslassen und annehmen. Annehmen ist ja mein Wort für 2018. Im letzten Jahr war „loslassen“ ganz weit vorn und 2016 würde ich so im Nachhinein einfach mal mit „kämpfen“ betiteln und jetzt zum Ende des Jahres habe ich dann auch mal verstanden, dass man manche Dinge einfach nicht loslassen kann, weil sie zu einem gehören. Was mich vor eine gewisse Herausforderung stellt, wenn ich ehrlich bin, aber ich bin ganz guter Dinge, dass ich die mit ein bißchen Geduld, Selbstliebe und Yin Yoga nun auch noch schaffen werde und so verabschiede ich 2017 doch mit einem wirklich guten und dankbaren Gefühl. Auch wenn es mich zwischendurch echt in die Knie gezwungen hat, so war es doch auch ein unglaubliches Jahr mit wunderbaren Erlebnissen, wirklich tollen Menschen, die gekommen, gegangen oder geblieben sind, die Erkenntnis, dass Raben wunderschön sind, dass ich vor meiner eigenen Kraft keine Angst haben muss und dass mein Leben alles andere als „normal“ sein soll sondern eher eine wilde Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen, die alle gefühlt werden wollen und last but not least, dass ich dem Krebs sehr gerne meinen erhobenen Mittelfinger zeige! Danke, dass Ihr mich alle dabei unterstützt und lest was mein Köpfchen so ausbrütet. Es fühlt sich großartig an und ich freue mich auf ein wundervolles neues Jahr mit Euch. Rutscht gut hinein, mögen Eure Wünsche in Erfüllung gehen. Fühlt Euch alle gedrückt und geherzt und an alle tapferen Tigerherzen da draußen: Hört nicht auf zu kämpfen! :-*

 

Maker:S,Date:2017-11-10,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E-ve
2018 – Ich bin bereit und freue mich auf meinen Herzensweg. Auch wenn er auf den ersten Blick etwas wirr daherkommt aber es ist meiner! 🙂

 

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